Darscheid. Die Afrikanische Schweinepest war Schwerpunkt der  Versammlung der Bauernverbände Daun und Cochem-Zell.

„Arbeit mit Leidenschaft“ heißt der Slogan der Deutschen Bauern. Doch mit der Leidenschaft für den Beruf ist das so eine Sache, wenn die Rahmenbedingungen nicht so sind, wirtschaftlich arbeiten zu können.

 

Die Zeiten seien schwer, bei den Bauern könne von guten Bedingungen nicht die Rede sein, sagte Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, bei der Versammlung der Kreisverbände Daun und Cochem-Zell in der Lehwaldhalle in Darscheid. Bei dieser schon traditionellen gemeinsamen Veranstaltung ging es aber nicht um die Probleme der Milchbauern, sondern um das Thema „Schäden in der Land- und Forstwirtschaft – Wie bekommen wir die Wildtierbestände in den Griff“. Und speziell um die Afrikanische Schweinepest, die möglicherweise durch Wildschweine übertragen werden könnte. Noch gibt es keinen Fall in Deutschland, aber die Sorge vor der hochansteckenden Virusinfektion, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt, wächst, seit sie sich in Osteuropa immer schneller ausbreitet. Für den Menschen ist die Krankheit zwar nicht ansteckend, doch fürchtet die deutsche Landwirtschaft Verluste in Milliardenhöhe.

Nun ist das Thema Schweinepest ein Thema, das nur wenige in den Kreisen Vulkaneifel und Cochem-Zell betreffen kann, da es nur wenige Schweinehalter gibt. Rheinland-Pfalz ist nur mit 0,6 Prozent an der deutschen Schweineproduktion beteiligt. Trotzdem, von den Wildschweinen gibt es deutlich zu viele in den Wäldern, und von der Jägerschaft wird gefordert, dass sie höhere Abschusszahlen vorlegen.

 

Im Bereich Cochem-Zell wolle man nach rund 3700 Abschüssen im letzten Jagdjahr im neuen Ende März abgelaufenen Jagdjahr rund 5000 Wildschweine aufweisen, wie Egon Thomas vom Kreisbauernverband Cochem- Zell sagte. Auch Ulrich Umbach, Kreisjagdmeister des Landkreises Vulkaneifel, will da nicht zurückstehen: „Der Plan war, 3000 Wildschweine zu schießen, wir werden wohl 3200 bis 3500 schaffen.“

Michael Horper warnte: „Wenn wir es nicht schaffen, die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest aus der Region und den Betrieben herauszuhalten, dann Gnade uns Gott“. Für Kreisjagdmeister Ulrich Umbach ist die Schwarzwildentwicklung „problematisch, da spielen viele Dinge rein, aber wir müssen sie lösen“, sagt er. Die Veränderung des Wetters mit milderen Wintern, eine hohe Eichelmast und durch beide Faktoren auch mehr Nachwuchs bei den Wildschweinen, aber auch die Landwirtschaft biete durch den Anbau von bestimmten Nutzpflanzen wie Raps günstigere Voraussetzungen für eine steigende Population des Schwarzwildes. „Was wir brauchen“, so Umbach, „sei, einen Anreiz zu schaffen, mehr Schwarzwild zu jagen. Den haben wir aber nicht, wenn das Fleisch zum Spottpreis vermarktet wird.“

Gefordert wurden bei einer Podiumsdiskussion aber auch bessere Bejagungsmöglichkeiten in großen landwirtschaftlichen Flächen, Revier übergreifende Drückjagden, die Abschaffung von Gewichtsbeschränkungen bei den Tieren, professionelle Wildschweineannahmestellen und Nachtsichtzielgeräte.

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